Angekommen in Brasilien -Erster Stop: Natal

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Nach unserer Ankunft müssen wir uns erstmal im neuen Land zurecht finden. Hier ein paar Eindrücke unserer ersten Tage in diesem tollen Land.

Anreise und Orientierung in Natal

Unsere Anreise nach Natal hat ca 3,5 Tage gedauert… OK, es waren 12 Stunden Flixbus-Fahrt nach Amsterdam und 12 Stunden Billigflieger nach Brasilien (inklusive Tankstop in Teneriffa). Dazwischen haben wir noch 2,5 Tage in Amsterdam verbracht und die Chance für einen „Städtetrip vor der Weltreise“ genutzt. Ohne jetzt hier einen detaillierten Reisebericht zu schreiben, können wir aber doch eine volle Empfehlung für diese Stadt aussprechen, also wer die Gelegenheit hat –> Hinfahren und die Stadt erkunden! Es lohnt sich… auch ohne Coffee-Shop Besuch…

Kurz vor Abflug am Donnerstag Früh dann nochmal die Gedanken sammeln: Jetzt geht es gleich los zur ersten Station unserer Weltreise! Wir haben beide unsere Karriere pausiert um ins Ungewisse zu starten. Jetzt fliegen wir gleich mit einem 200,-€ Billigflug über den Atlantik in die gefährlichste Stadt Brasiliens (und 8. gefährlichsten der Welt) um in einem 10€/Nacht – Hotel zu übernachten… Tja… What could go wrong??? War das wirklich unsere beste Idee? Sogar der Taxi-Fahrer in Amsterdam wollte uns auf dem Weg zum Flughafen betrügen, was würde uns dann erst in Brasilien passieren? Ich vermute mal diese Zweifel sind am Anfang normal und sie sind auch mittlerweile größtenteils wieder verflogen, jedoch kann man schon mal ins Grübeln kommen. Aber letztlich –> No Risk, No Fun! Auf gehts zum Strawanzen!

Nach der Ankunft in Natal können wir nun sagen: aller Airline-Negativ-Bewertungen zum Trotz, der Corendon-Airlines Flug war völlig in Ordnung und die Zeit verging wie im Flug (wo kommt eigentlich dieses blöde Sprichwort her? 12 Stunden Flug zieht sich schon ziemlich hin, egal in welchem Flieger) Der Sitzplatz war jedenfalls i.O. und der Service war überraschender Weise auch besser als erwartet. Nach den Horror-Bewertungen waren wir auf das Schlimmste gefasst und haben uns für den Langstreckenflug eigene Verpflegung und Getränke mitgebracht. Egal, mit unserem Billig-Flug haben wir uns ca. 800,-€ gespart und würden es im Nachhinein wieder genau so machen.

Der Transport vom Flughafen zum Hotel war auch eine Premiere für uns, nämlich unsere erste Uber-Fahrt. Was für den Rest der modernen Welt das Normalste der Welt geworden ist, ist für den Otto-Normal-Deutschen noch Neuland. In Deutschland kämpft der Online-Fahrdienst nach wie vor um Zulassungen bzw um die Akzeptanz der „grundskeptischen“ Bundesbürger. Für uns jedenfalls, gibt es nichts besseres um von A nach B zu kommen. Man gibt vorher per App das Ziel ein und der Fahrer sieht auf seinem Smartphone genau wo man gerade steht. Man weiß bereits vorher wieviel es kosten wird und die Bezahlung geht direkt von der Kreditkarte ab, ganz ohne Gefeilsche oder abgeschaltete Taxameter oder unnötige Umwege usw. Der größte Vorteil für uns ist aber, dass das Ganze auch funktioniert ohne ein einziges Wort mit dem Fahrer zu wechseln. Wer noch nie in Südamerika unterwegs war kann es wahrscheinlich nicht glauben, aber Englisch bringt dich hier nicht weiter. Nein, kein Mensch spricht Englisch (geschweige denn Deutsch) und das kann manchmal wirklich zur Challenge werden. Ein paar Brocken Spanisch kriegt man vielleicht noch zusammen, aber wer spricht denn bitte Portugiesisch? Aber dank Uber –> Não tem problema! 

Nächste Station war unser Premium 10,-€ Hotel 🙂 Nein Spaß beiseite, es war schon eine ziemliche Absteige in dem man zwar schlafen kann, aber nicht unbedingt den Tag verbringen will. Das Hauptproblem waren die Ameisen im Zimmer. Die Viecher machten es uns unmöglich Essen mit aufs Zimmer zu nehmen, aber wenigstens waren sie nicht im Bett. Wir hatten mit der einen oder anderen schlechten Unterkunft gerechnet und daher unsere Hüttenschlafsäcke mit dabei, somit haben wir zumindest ein sauberes Laken. Das Bad war im großen und ganzen sauber, jedoch haben wir hier Bekanntschaft mit den in Brasilien üblichen Durchlauferhitzer-Duschköpfen gemacht. Pro-Tip-for-free: Finger weg wenn das Wasser läuft! Ansonsten könnt ihr gleich noch Bekanntschaft mit dem brasilianischen Stromnetz machen. (Ich habs leider auf die harte Tour gelernt) Neben all diesen Negativ-Themen hatte das Hotel aber einen großen Vorteil: Es lag nämlich direkt neben der größten Shopping-Mail in der Umgebung und war somit in einer sehr belebten Straße.  Durch diesen Umstand konnten wir auch nach Sonnenuntergang etwas unternehmen und mussten uns nicht ganz so strikt an die südamerikanischen Sicherheitsregeln halten.

Ein letzter Punkt zur Ankunft war noch das Kaufen einer brasilianischen SIM-Karte, um auch mobil Internet zu haben und nicht nur auf WIFI angewiesen zu sein. Wir werden definitiv einige Wochen im Land bleiben, daher lohnt sich der Kauf auf alle Fälle. Der Vertragsabschluss war nicht ganz einfach, denn wie bereits oben erwähnt: Kein Mensch spricht Englisch! Auch nicht die 25-jährige Mitarbeiterin in der international angehauchten Shopping Mall. Dank Google-Translator  und viel Geduld auf beiden Seiten hat es aber dann doch geklappt. Wenigstens ist der Spaß ziemlich günstig, für ca. 10,-€ bekommt man die Sim-Karte und 6GB Datenvolumen. Für uns ein toller Deal!

Unser erster Eindruck nach ein paar Tagen

Ja, und nun sind wir bereits seit 4 Tagen hier und können schon ein erstes Feedback geben.  Die gefährlichste Stadt Brasiliens wirkt nicht mehr so gefährlich wenn man erstmal hier ist. In unserem Viertel gibt es eher Großmütter die mit den Enkelkindern spazieren gehen, als zwielichtige Gangster. Es gibt dennoch einige Regeln an die wir uns halten: – Nach Sonnenuntergang nur noch in sehr belebten Gegenden aufhalten oder garnicht mehr nach Draußen gehen. – Keine Wertgegenstände sichtbar herum tragen oder anderweitig „Reichtum“ zur Schau stellen. – nicht mehr Geld mitnehmen als notwendig, – längere unbekannte Strecken lieber mit Uber fahren als zu Fuß zu gehen, – usw… Mit etwas gesundem Menschenverstand kann man schon viele Gefahren ausschließen. Es gilt das selbe Prinzip wie mit Krankheiten: Extreme Dummheit und grober Unfug können stets mit dem Tode bestraft werden! Das hat uns bereits unser Tropen-Impf-Arzt mit auf den Weg gegeben.

Die Stadt an sich, bzw das Land Brasilien, ist wirklich bemerkenswert vielfältig und die Menschen sind Ausländern gegenüber prinzipiell entgegenkommend (nur leider verstehen sie eben kein Wort). Wir wurden dennoch überall sehr freundlich behandelt und wir fühlten uns immer Willkommen. Die Stadt Natal ist kein typisches Reiseziel für Europäer und genau das macht es für uns noch reizvoller! Es gibt keine, oder zumindest wenige, ausgetrampelte Touristenpfade und man muss erstmal selbst schauen wie man weiterkommt. Natürlich gibt es viele Touristen, denn die Strände sind traumhaft und teilweise auch ganz ruhig und nicht überlaufen. Uns kam es aber vor, als wären der Großteil der Urlauber entweder Brasilianer oder zumindest Südamerikaner. Für uns ist der Aufenthalt zumindest noch ein kleines Abenteuer und vom Einkaufen bis zum Essen gehen ist alles erstmal neu und ungewohnt… „Ausgezeichnet!“ 

Auch kulinarisch ist Brasilien immer wieder für einen Überraschung gut. Seit wir nun endlich mobiles Internet haben, können wir sogar die Speisekarten übersetzen. Vom typischen Fastfood bis hin zur Good-Life-Bowl ist alles geboten. Auch kommen wir oft mit neuen Zutaten in Berührung, beispielsweise waren wir das erste Mal in unserem Leben in einem Tapioka-Restaurant –> auch sehr zu empfehlen!

Aber jetzt gehts erstmal in die neue Unterkunft !

Da wir nun beschlossen haben, erstmal noch 1,5 Wochen hier in Natal bzw in Ponta Negra zu bleiben und uns an das heiße Wetter zu gewöhnen (Durchschnitt: 28°C), werden wir von unserer „Absteige“ in ein etwas schickeres Apartment umziehen. Die Anlage ist in Meer-Nähe und hat einen eigenen Pool. Außerdem wird die Anlage bewacht, was uns auch entgegen kommt. Die Unterkunft kostet zwar 24,-€ pro Nacht, aber sie ist es auch wirklich wert! Vor allem haben wir hier eine Küche und können auch mal selber was kochen (und es gibt keine Ameisen 🙂 )

Ponta Negra - 2. Unterkunft in Brasilien

Zu behaupten, unsere 2. Unterkunft ist Teil eines neuen Ortes wäre schon etwas gewagt, tatsächlich haben wir uns nicht einmal 5 km weiter bewegt. Trotzdem fühlt es sich schon wieder wie eine ganz andere Welt an. Waren wir anfangs direkt neben einer Shopping-Mall und ringsum von diversen großen, als auch kleinen Geschäften umgeben, so finden wir uns jetzt in erster Linie neben normalen Wohnhäusern und Ferienwohnungen wieder. Auch Verkehr ist hier kaum vorhanden, wobei das auch an der extremen Steigung der Straße liegen kann 😉

Der „Hauptstrand“ der Ponta Negra Bucht ist sehr beliebt und gut gefüllt. Wir bevorzugen dann doch mehr den etwas abgelegenen Naturstrand, hier gibts zwar keine Liegen und Sonnenschirme, dafür mehr Ruhe. Aber Achtung!: auf gar keinen Fall die Gezeiten unterschätzen. Die Flut kommt hier ziemlich schnell und schneidet einem den Weg zurück ab, wenn die Flut am höchsten ist, ist kein Zentimeter Strand mehr übrig. Aber wir genießen auch gerne ein paar Stunden am Pool in unserer Wohnanlage. Da die meisten unserer Nachbarn Brasilianer sind und somit mit der Hitze besser klar kommen, haben wir glücklicherweise den Pool den kompletten Vormittag ganz für uns allein. Ab Mittag wird es dann schon voller, aber da brauchen wir dann sowieso eine kleine Sonnenpause, bis wir dann abends wieder durch die Stadt streifen.

Ein paar Tage unseres Aufenthalts hier waren ziemlich verregnet, sodass wir noch glücklicher über unsere neue Unterkunft waren. Wir haben diese Zeit dann genutzt, die weitere Reise zu planen (Unterkünfte und Transporte raussuchen) und endlich unsere Wäsche zu waschen.

Pirangi de Norte und der größte Cashew-Baum der Welt

Da wir in der Nähe vom größten Cashewbaum der Welt waren, mussten wir diesen natürlich auch noch sehen. Mit Uber ging’s in das 15 km entfernte Pirangi de Norte. Am Strand entlang ging es Richtung Baum. Hier konnten wir dann auch das erstmal in Brasilien richtig viele Fischerboote sehen. Der Bootssteg hat hier den offiziellen Badestrand vom (fast) leeren Privatstrand getrennt. Eine Seite voller Menschenmassen und unzähligen Verkäufern, die andere Seite wieder komplett für uns allein, außer eine Hand voll Rentner und einem kleinen Hund. Leider hatten wir unsere Badesachen nicht mit dabei, sodass wir dann recht schnell auch weiter zum Baum gingen.

Dort angekommen haben wir zunächst etwas gezweifelt, Eintritt zahlen dafür, das wir in diesem Wald vor uns einen einzelnen Baum ansehen wollen? Macht das Sinn? Da der Eintritt allerdings für beide Personen nur 16 Real (ca. 3,50 €) betrug, sind wir natürlich reingegangen und wir waren wirklich sehr erstaunt, der größte Cashew-Baum der Welt trägt seinen Namen wirklich zu Recht. Der „Wald“ war gar kein Wald, sondern es war nur dieser einzelne Baum. Mit einer erstaunlichen Fläche von 8.500 qm hatten wir dann wirklich nicht gerechnet. (Zum Vergleich: ein Fußballfeld hat üblicherweise eine Größe von ca. 7.100 qm)

 

Es führt ein hölzerner Weg durch durch den gesamten Baum mit verschiedenen Abzweigungen und es herrscht hier ein sehr angenehmes Klima. Bei unserem Besuch war dann auch noch ein Musiker mit seiner Gitarre vor Ort, der die Atmosphäre noch entspannter und beruhigender wirken ließ. Auch der Ausblick von einem Aussichtsturm am Rande des Baumes war sehr beeindruckend.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. papa

    sturm haben wir gut überstanden. wünsche weiterhin gefahrloses vergnügen,sehr eindrucksvolle bilder. i mecht a da hi aber dann derfs net so hoas sei!

    1. Sylvia

      Freut uns zu hören, dass alles passt!! 🙂 Ja, die Hitze ist echt gewöhnungsbedürftig, auch für uns. Wir schauen, dass wir immer morgens früh rauskommen und nachmittags dann pausieren. Heute regnet es schon den ganzen Tag, jetzt können wir uns vom Sonnenbrand erholen. 🙂

  2. Agnes

    In dem neuen Arpartment könnt es mir gefallen ?
    Wie geht’s dem Sonnenbrand?
    Sommer, Sonne, Strand und Meer, perfekt. Uns hat grade Sturm Sabine im Griff. Heute ist schon der 2.Tag schulfrei.
    Freu mich schon auf weitere Berichte ?
    Liebe Grüße Agnes

    1. Michael

      Hier ist es auch um einiges schöner als in unserer Ameisenfarm vom Anfang 🙂 Der Sonnenbrand lässt nach, aber heute gehts zum Pool unter der Äquator-Sonne. Mal schauen wie das ausgeht (?) Lasst euch nicht wegwehen! Liebe Grüße

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